Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2026
Recherchezeitraum: August – Oktober 2026
Nur etwa 8 Prozent der deutschen Haushalte verfügen über eine professionelle Alarmanlage – obwohl der Markt für elektronische Sicherheitstechnik hierzulande zuletzt auf 5,74 Milliarden Euro Jahresumsatz gewachsen ist, ein Plus von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie der ZVEI-Fachverband Sicherheit und der BHE Bundesverband Sicherheitstechnik ausweisen. Allein das Segment Überfall- und Einbruchmeldeanlagen erzielte 2025 einen Umsatz von 942 Millionen Euro. Der Markt wächst, die Haushaltsabdeckung hinkt hinterher. Das deutet weniger auf mangelndes Sicherheitsbedürfnis hin als auf Orientierungslosigkeit: Das Angebot reicht von günstigen DIY-Funksystemen für unter 200 Euro bis zu vollprofessionell überwachten Serviceverträgen mit monatlichen Gebühren.
Für diesen Vergleich hat die Redaktion von deutschland-fragt.de neun relevante Anbieter auf dem deutschen Markt analysiert. Grundlage waren öffentlich zugängliche Produktinformationen, Herstellerangaben sowie Branchendaten von ZVEI, BHE und dem Verband der Sachversicherer VdS. Bewertet wurde nach einem gewichteten Kriterienkatalog, der die spezifischen Anforderungen privater Haushalte in Deutschland abbildet. Normative Referenz ist die DIN EN 50131, die seit September 2017 verbindlich die Anforderungen an Einbruch- und Überfallmeldeanlagen regelt und Sicherheitsgrade 1 bis 4 definiert.
Bewertungskriterien dieser Analyse:
- Überwachungsqualität & Leitstelle (30 %) – Vorhandensein einer 24/7-Notrufzentrale, Zertifizierungen (VdS, DIN EN 50131), Reaktionsgeschwindigkeit
- Technik & Produktsortiment (25 %) – Systembreite, Kabellos-/Hybridoptionen, Smart-Home-Integration, App-Steuerung
- Preis-Leistungs-Verhältnis (20 %) – Gesamtkosten (Installation, Hardware, laufende Gebühren), Transparenz
- Installationsflexibilität (15 %) – Profimontage vs. DIY, regionale Verfügbarkeit, Fachbetriebsnetz
- Marktpräsenz & Erfahrung (10 %) – Jahre am Markt, Kundenbasis, Referenzprojekte
Keine der gelisteten Firmen hat für die Aufnahme in dieses Ranking gezahlt.
| Platz | Firma | Spezialisierung | Preisniveau | Gründung |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Verisure Deutschland GmbH | Professionell überwachte Alarmsysteme, 24/7-Leitstelle | Mittel–Hoch (ab 29,90 €/Monat + Einrichtung) | 2018 (D), 1988 (Konzern) |
| 2 | ABUS Security Center GmbH | Breites Produktspektrum, DIY-Anlagen, Traditionsmarke | Niedrig–Mittel (ab ca. 200 €) | 1974 |
| 3 | Bosch Security Systems | Gebäudekomplettlösungen, Smart Home, Versicherungsstandards | Mittel–Hoch | k.A. (Konzern seit 1886) |
| 4 | Daitem (Atral-Gruppe) | Funkalarm-Pionier, VdS Klasse B, Errichterbetriebe | Hoch | 1984 |
| 5 | Telenot | Kabelgebundene Premium-Anlagen, Made in Germany | Premium | 1968 |
| 6 | Jablotron | Moderne Funktechnik, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis | Mittel | 1991 |
| 7 | Ajax Systems | Smart-Home-Integration, App-Steuerung, internationaler Anbieter | Mittel | 2015 |
| 8 | Lupus Electronics | Hybrid-Systeme, deutsche Kundenbetreuung, Hausbesitzer | Mittel | k.A. |
| 9 | Gira | Smart-Home-Integrator, KNX, Designorientiert | Hoch | 1905 |
1. Verisure Deutschland GmbH – Europäischer Marktführer mit Vollservice
Verisure ist der einzige Anbieter im Vergleich mit eigener VdS-zertifizierter 24/7-Notrufzentrale, professioneller Installation und über 6,4 Millionen Kunden in 18 Ländern.
Profil: Gegründet September 2018 in Deutschland (Mutterkonzern Verisure seit 1988) · Sitz: Ratingen, NRW · ca. 400–500 Mitarbeiter in Deutschland, 25.000+ weltweit
Stärken: Hauseigene 24/7-Notruf- und Serviceleitstelle mit 4.500 spezialisierten Mitarbeitern und VdS-Zertifizierung; GuardVision Außenkamera mit KI-gestützter Früherkennung; Testsieger 2026 bei alltagskompass.com.de und rwthonline.com.de; Hybrid-Systeme (kabellos und verdrahtet); seit 2018 über 35.000 Kunden in Deutschland aufgebaut.
Schwächen: Vertragsgebundenes Modell mit monatlichen Gebühren ab 29,90 Euro sowie Installationskosten von rund 699,99 Euro – der Einstieg ist damit deutlich teurer als bei reinen Hardware-Anbietern. Zudem ist die regionale Abdeckung noch nicht bundesweit gleichmäßig: Der Fokus liegt auf NRW, Hessen, Berlin und Baden-Württemberg, ländliche Gebiete außerhalb dieser Schwerpunkte können unterversorgt sein.
Preisrahmen: Einrichtung ca. 699,99 €; laufende Gebühren ab 29,90 €/Monat
Ideal für: Hausbesitzer und Mieter in urbanen und suburbanen Lagen, die auf professionelle Überwachung ohne Eigenverantwortung setzen wollen und bereit sind, für einen Vollservice-Vertrag zu zahlen.
Kontakt: Ratingen, NRW · verisure.de
Was Verisure vom Wettbewerb klar abhebt, ist die Vollintegration des Servicekette: Während Mitbewerber wie Jablotron oder Ajax Systems für die Leitstellenanbindung auf externe Partner angewiesen sind, betreibt Verisure die eigene Notrufzentrale mit 4.500 spezialisierten Mitarbeitern selbst. Das schafft eine Reaktionskette ohne Übergabepunkte zwischen Hersteller und Dienstleister. VdS-Zertifizierung ist dabei kein Marketing-Zusatz, sondern für viele Gebäudeversicherungen ein Kriterium bei der Prämienkalkulation.
Bemerkenswert ist die Wachstumsdynamik auf dem deutschen Markt. Über 35.000 Kunden in rund 2,5 Jahren – trotz Pandemie-bedingter Einschränkungen – sind für einen Neumarktteilnehmer im eher trägen deutschen Sicherheitsmarkt eine belastbare Hausnummer. Der Konzern bringt 35 Jahre Erfahrung aus 18 Ländern mit und kann Skalierungseffekte nutzen, die einem deutschen Mittelständler schlicht nicht zur Verfügung stehen.
Dennoch sollten Interessenten die Gesamtkosten über eine typische Vertragslaufzeit durchrechnen. Wer drei Jahre Vertrag eingeht und 29,90 Euro monatlich zahlt, kommt allein an laufenden Gebühren auf über 1.000 Euro – zuzüglich der Einrichtungspauschale. Für preissensible Haushalte oder Mieter mit kurzer Verweildauer ist das Modell weniger geeignet.
2. ABUS Security Center GmbH – Traditionsmarke mit breitem Sortiment
ABUS vereint über 50 Jahre Erfahrung mit einem der breitesten Produktsortimente im deutschen Sicherheitsmarkt, von Vorhängeschloss bis Funk-Alarmanlage.
Profil: Gegründet 1974 · Sitz: Affing/Augsburg sowie Wetter (Ruhr) · Mitarbeiterzahl: k.A.
Stärken: Umfassendes Produktspektrum von mechanischen Sicherungen bis zu den Funk-Alarmanlagen Privest und Secvest sowie der kabelgebundenen Terxon-Linie; DIY-Installation im unteren Preissegment möglich; etabliertes Fachhandels- und Errichternetz in Deutschland.
Schwächen: ABUS positioniert sich primär als Hardwarehersteller und verfügt über keine eigene professionelle 24/7-Notrufzentrale. Wer eine durchgehend überwachte Anlage mit Leitstellenanbindung sucht, muss diese Komponente separat über Drittanbieter organisieren.
Preisrahmen: ca. 200–800 € (unteres bis mittleres Segment, DIY-fähig)
Ideal für: Selbermacher mit handwerklichem Grundverständnis, die eine zuverlässige deutsche Marke ohne langfristigen Servicevertrag bevorzugen.
Kontakt: Affing/Augsburg · abus.de
ABUS ist in Deutschland das, was man einen Ankerpunkt des Marktes nennen könnte. Die Marke ist im Fachhandel omnipräsent, das Sortiment reicht von der einfachen Türsicherung bis zur normkonformen Funkalarmanlage für gehobene Anforderungen. Die Terxon-Linie adressiert dabei kabelgebundene Installationen, die Secvest den Bereich professioneller Funkalarmanlagen.
Das Modell hat einen klaren Vorteil: Kein monatlicher Servicevertrag, kein Bindungszwang. Wer einmal in Hardware investiert hat, ist fertig. Der Nachteil ist die Kehrseite derselben Medaille: Ohne eigene Leitstelle bleibt der Schutz auf das reagierende System beschränkt. Ein Einbruchalarm, den niemand zentral auswertet, verlässt sich auf die Reaktion von Nachbarn, zufällig vorbeifahrender Polizei oder eigene Mobiltelefon-Benachrichtigungen.
Für Haushalte in gut vernetzten Wohngebieten oder als Ergänzung zu mechanischen Sicherungen ist ABUS eine solide, kosteneffiziente Wahl. Wer vollständige Überwachung anstrebt, stößt an strukturelle Grenzen des Konzepts.
3. Bosch Security Systems – Gebäudekomplettlösung mit Versicherungsstandard
Bosch Security Systems kombiniert Einbruchschutz, Brandmeldung und Videoüberwachung in zertifizierten Systemen mit hoher Akzeptanz bei deutschen Gebäudeversicherern.
Profil: Teil des Bosch-Konzerns (gegründet 1886) · Deutschlandsitz: Gerlingen, Baden-Württemberg · Mitarbeiterzahl: k.A.
Stärken: Integrierte Lösungen für Brandschutz, Einbruchschutz und Videoüberwachung aus einer Hand; Bosch Smart Home mit App-Steuerung und optionalem Security+ Service; AMAX- und Easy-Series-Systeme für verschiedene Objektgrößen; breite Akzeptanz bei Versicherern.
Schwächen: Die 24/7-Leitstellenüberwachung ist optional und wird über externe Dienstleister abgewickelt, nicht über eine hauseigene Zentrale. Das Preisniveau ist im mittleren bis hohen Segment angesiedelt, DIY-Installation ist nicht vorgesehen.
Preisrahmen: Mittel–Hoch (exakte Systempreise herstellerseitig nicht öffentlich ausgewiesen)
Ideal für: Eigentümer von Einfamilienhäusern und kleineren Gewerbeeinheiten, die eine integrierte Sicherheitslösung aus einer Markenhand mit Versicherungsrelevanz bevorzugen.
Kontakt: Gerlingen, Baden-Württemberg · bosch-sicherheitssysteme.de
Bosch Security Systems profitiert vom Konzernnamen auf mehreren Ebenen. Erstens schätzen Versicherer normkonforme Systeme bekannter Hersteller, was sich mitunter in der Prämiengestaltung niederschlägt. Zweitens erlaubt die Konzernstruktur echte Systemkombinationen: Eine Bosch-Alarmanlage, die mit Bosch-Kameras und Bosch-Brandmeldern kommuniziert, ist integrationstechnisch einfacher zu planen als ein Flickenteppich verschiedener Hersteller.
Der Security+ Service ermöglicht die Leitstellenanbindung, allerdings nicht über eine Bosch-eigene Zentrale. Das ist in der Praxis kein Ausschlusskriterium, macht aber die Gesamtqualität der Überwachungskette abhängig vom gewählten Partner. Wer Wert auf eine direkte Herstellerverantwortung für den Notruf legt, findet diese bei Bosch nicht.
Für Bauträger, Architekten und Hausbesitzer, die bei der Erstausstattung oder Renovierung eine vollständige Sicherheitsinfrastruktur planen, ist Bosch einer der wenigen Anbieter, der alle Gewerke aus einer Hand liefern kann.
4. Daitem (Atral-Gruppe) – Funkalarm-Pionier mit höchster VdS-Zertifizierung
Daitem baute 1984 das erste drahtlose Alarmsystem der Welt und ist mit dem D24 heute der einzige Anbieter einer kabellosen Anlage mit VdS Klasse B-Zertifizierung.
Profil: Gegründet 1984 (Atral-Gruppe, Frankreich) · Deutschland-Niederlassung seit 1991 · Mitarbeiterzahl: k.A.
Stärken: Über 40 Jahre Funktechnik-Erfahrung; Modelle D16, D22 und D24 für unterschiedliche Objektgrößen; D24 als einzige kabellose Funkalarmanlage mit VdS Klasse B-Zertifizierung (höchste Anforderungsstufe für drahtlose Systeme); über 1 Million Systeme weltweit verkauft.
Schwächen: Vertrieb ausschließlich über autorisierte Errichterbetriebe, kein Direktkauf für Endkunden möglich. Das Preissegment ist hoch, und die Gesamtkosten sind für Laien vorab schwer zu ermitteln, da Errichterpreise variieren.
Preisrahmen: Hoch (exakte Endkundenpreise nicht transparent, da Errichterbetrieb-Vertrieb)
Ideal für: Hausbesitzer mit hohem Sicherheitsanspruch, die eine VdS-anerkannte Funkalarmanlage ohne Kabelverlegen wünschen und bereit sind, einen zertifizierten Fachbetrieb zu beauftragen.
Kontakt: Niederlassung Deutschland seit 1991 · daitem.de
Das Alleinstellungsmerkmal ist konkret und prüfbar: Kein anderer Hersteller bietet eine vollständig drahtlose Alarmanlage mit VdS Klasse B-Zertifizierung an. Diese Zertifizierung ist für Hausbesitzer relevant, die Versicherungsrabatte anstreben oder deren Versicherer erhöhte Anforderungen stellt. Die Klasse B der VdS-Zertifizierung definiert strenge Anforderungen an Manipulationssicherheit, Funkstabilität und Sabotagerkennung.
Der Haken ist der Vertriebsweg. Wer Daitem will, muss einen autorisierten Errichter finden, beauftragen und auf dessen Preiskalkulation vertrauen. Das schafft eine Abhängigkeit, die nicht jedem Auftraggeber passt. Positiv formuliert: Die Qualitätssicherung durch das Fachbetriebsnetz ist gleichzeitig ein Qualitätsfilter.
Für Objekte mit konkreten Versicherungsanforderungen oder bei denkmalgeschützten Gebäuden, in denen Kabelführung problematisch ist, bleibt Daitem ohne gleichwertige Alternative im Segment der drahtlosen Systeme.
5. Telenot – Kabelgebundene Premium-Systeme aus deutscher Produktion
Telenot aus Aalen gilt als Marktführer für kabelgebundene Alarmanlagen in Deutschland, produziert seit 1968 und bietet fünf Jahre Herstellergarantie.
Profil: Gegründet 1968 · Sitz: Aalen, Baden-Württemberg · Mitarbeiterzahl: k.A.
Stärken: Marktführer im Segment drahtgebundener Alarmanlagen in Deutschland; VdS-zertifiziert mit Sabotage-Kontrollmechanismen; fünf Jahre Herstellergarantie; Entwicklung und Produktion in Deutschland; etablierte Präsenz in Österreich und der Schweiz seit 40 Jahren.
Schwächen: Der Fokus auf kabelgebundene und hybride Systeme macht Telenot weniger attraktiv für Käufer, die kein Verlegen von Leitungen wünschen. Das Preissegment ist Premium, der Schwerpunkt liegt klar auf gewerblichen und anspruchsvollen privaten Objekten.
Preisrahmen: Premium (keine öffentlichen Endkundenpreise, Fachbetriebsvertrieb)
Ideal für: Gewerbeimmobilien, größere Wohngebäude und anspruchsvolle Privatobjekte, bei denen eine dauerhafte, sabotagegesicherte Festinstallation gewünscht wird.
Kontakt: Aalen, Baden-Württemberg · telenot.de
Telenot steht für das Gegenteil des Zeitgeists: kein Funk, keine App-first-Mentalität, keine Monatsgebühren. Was das Unternehmen seit 1968 macht, ist robuste, kabelgebundene Sicherheitstechnik, die für jahrzehntelangen Betrieb ausgelegt ist. Das ist kein Nachteil – bei Objekten mit hohem Sicherheitsbedarf ist kabelgebundene Technik gegenüber Funklösungen in der Regel weniger anfällig für Störsignale und Jamming-Angriffe.
Die fünfjährige Herstellergarantie ist im Marktvergleich ungewöhnlich großzügig und signalisiert Vertrauen in die eigene Produktqualität. Dass Entwicklung und Produktion in Deutschland stattfinden, ist angesichts der Lieferkettenproblematiken der letzten Jahre für gewerbliche Auftraggeber ein zunehmend relevantes Kriterium.
Für ein Einfamilienhaus ohne besonderen Anspruch ist Telenot wahrscheinlich überdimensioniert. Für ein Mehrfamilienhaus, ein Bürogebäude oder ein Objekt mit erhöhtem Einbruchrisiko gehört Telenot zu den wenigen Anbietern, die das Sicherheitsniveau wirklich belastbar liefern können.
6. Jablotron – Europäischer Funktechnik-Spezialist mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis
Jablotron aus Tschechien erwirtschaftet mit rund 600 Mitarbeitern über 100 Millionen Euro Jahresumsatz und positioniert sich mit dem JA-100 unterhalb der Premiumpreise von Daitem und Telenot.
Profil: Gegründet 1991 · Sitz: Jablonec nad Nisou, Tschechien · ca. 600 Mitarbeiter (Gruppe), ca. 100 Mio. € Jahresumsatz
Stärken: Flaggschiff JA-100 Funkalarmanlage nach EN 50131 Grad 2; moderne Smart-Home-Integration mit drahtlosen Sicherheitssystemen; breites Errichternetz in Deutschland; Preisniveau unterhalb von Daitem und Telenot.
Schwächen: Keine hauseigene 24/7-Notrufzentrale; für die Leitstellenanbindung sind externe Partnerleitstellen erforderlich. Marktanteil in Deutschland liegt unter dem von Daitem und Telenot.
Preisrahmen: Mittel (günstiger als Daitem/Telenot; Endkundenpreise über Errichterbetriebe)
Ideal für: Hausbesitzer und kleinere Gewerbeobjekte, die eine normkonforme Funkalarmanlage mit Smart-Home-Anschluss suchen, ohne das Premiumpreissegment betreten zu wollen.
Kontakt: Jablonec nad Nisou, Tschechien · jablotron.de
Jablotron ist in Deutschland weniger bekannt als ABUS oder Bosch, aber im Fachbetriebssegment gut etabliert. Das JA-100-System nach EN 50131 Grad 2 erfüllt die Anforderungen der europäischen Einbruchmeldenorm, ist von vielen Errichterbetrieben verbaubar und deckt Smart-Home-Integration ab. Das macht es zu einem pragmatischen Kompromiss zwischen Preis und Normkonformität.
Die Schwäche liegt in der Bekanntheit beim Endkunden. Wer eine Jablotron-Anlage installiert bekommt, tut gut daran, vorab zu prüfen, welche Leitstelle den Alarm auswertet. Das ist keine systemimmanente Schwäche, aber ein Planungsschritt, der nicht automatisch mitgeliefert wird.
Im Kosten-Nutzen-Verhältnis ist Jablotron für preisbewusste Auftraggeber, die trotzdem keine Abstriche bei der Normkonformität machen wollen, eine ernsthafte Alternative zum teureren Daitem-Segment.
7. Ajax Systems – Modernes Smart-Home-Sicherheitssystem aus der Ukraine
Ajax Systems hat seit 2015 über 4 Millionen Nutzer in 187 Ländern gewonnen und bietet mit 180 Gerätetypen eines der breitesten Ökosysteme für vernetzte Gebäudesicherheit.
Profil: Gegründet 2015 · Hauptsitz: Kiew, Ukraine · Vertrieb in Deutschland · Mitarbeiterzahl: k.A.
Stärken: 180 Geräte für Einbruchschutz, Brandschutz, Videoüberwachung und Automatisierung; EN 50136-zertifizierte Cloud-Signalisierung; App-Steuerung und Funkverbindung; drei eigene Fabriken mit Umweltstandards; gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für Smart-Home-Integration.
Schwächen: Als jüngster Marktteilnehmer im Vergleich (kommerziell erst seit 2015) fehlt die Langzeit-Marktpräsenz klassischer Anbieter im deutschen Sicherheitsmarkt. Leitstellenintegration setzt auf professionelle Partner, keine eigene Zentrale.
Preisrahmen: Mittel (hardware-fokussiert, kein eigenes Monatsgebühren-Modell)
Ideal für: Technikaffine Hausbesitzer und Smart-Home-Enthusiasten, die ein modernes, erweiterbares System mit breitem Geräteökosystem suchen und die Leitstellenanbindung selbst organisieren können.
Kontakt: Kiew, Ukraine / Vertrieb Deutschland · ajax.systems/de/
Ajax Systems ist das innovativste System in diesem Vergleich, gemessen an Ökosystembreite und Marktdurchdringungsgeschwindigkeit. Von null auf 4 Millionen Nutzer in elf Jahren in 187 Ländern ist eine Skalierungsleistung, die im Sicherheitstechnikmarkt selten ist. Die EN 50136-Zertifizierung der Cloud-Signalisierung gibt der Systemarchitektur eine normative Grundlage.
Die Herkunft aus der Ukraine ist für einige Auftraggeber ein Diskussionspunkt, weniger aus technischen als aus geopolitischen Überlegungen. Ajax Systems hat darauf reagiert, indem das Unternehmen drei eigene Fabriken betreibt und internationale Produktionsstandards dokumentiert. Für den deutschen Markt ist die Verfügbarkeit über autorisierte Errichterbetriebe entscheidend.
Als Ergänzung oder Alternative zu klassischen Systemen ist Ajax vor allem für Hausbesitzer interessant, die bereits Smart-Home-Infrastruktur nutzen und diese um Sicherheitskomponenten erweitern möchten, ohne ein eigenständiges, nicht integriertes System zu installieren.
8. Lupus Electronics – Hybrid-Systeme mit deutscher Kundenbetreuung
Lupus Electronics adressiert mit der XT2 Plus-Zentrale Hausbesitzer, die eine Smart-Home-taugliche Hybridlösung mit lokaler Betreuung suchen.
Profil: Sitz: Deutschland (k.A. genauer Ort) · Gründung: k.A. · Mitarbeiterzahl: k.A.
Stärken: XT2 Plus Zentrale mit Smart-Home-Integration; Hybrid-Systemarchitektur (kabellos und kabelgebunden); deutsche Kundenbetreuung; modernes Preis-Leistungs-Verhältnis; lokale Montageunterstützung.
Schwächen: Lupus Electronics ist ein kleinerer Marktakteur ohne überregionale Flächenpräsenz. Die Leitstellenintegration und der Notrufservice sind limitiert im Vergleich zu spezialisierten Überwachungsanbietern.
Preisrahmen: Mittel (genaue Systempreise auf Anfrage)
Ideal für: Hausbesitzer mit Affinität zu Smart-Home-Technik, die eine deutsche Anlaufstelle und flexible Systemerweiterung bevorzugen, ohne in das Premiumsegment einsteigen zu müssen.
Kontakt: Deutschland · lupus-electronics.de
Lupus Electronics besetzt eine Nische, die zwischen den großen Hardware-Marken und den Vollservice-Anbietern liegt. Die XT2 Plus erlaubt die Integration bestehender Smart-Home-Komponenten und bietet dabei eine Hybridarchitektur, die sowohl kabelgebundene als auch Funksensoren aufnehmen kann. Das ist für Bestandsgebäude mit teilweise vorhandener Verkabelung ein echter Vorteil.
Die begrenzte überregionale Präsenz ist die strukturelle Grenze des Unternehmens. Wer außerhalb des direkten Betreuungsgebiets sitzt, kann auf Einschränkungen im Service stoßen. Für den deutschen Markt fehlen zudem belastbare Referenzzahlen zu Kundenbasis und Marktanteil, was eine Einordnung schwieriger macht als bei etablierteren Anbietern.
Dennoch: Wer gezielt einen deutschen Anbieter mit Hybrid-Kompetenz und Smart-Home-Offenheit sucht und keine 24/7-Leitstellenüberwachung benötigt, findet in Lupus Electronics eine ernstzunehmende Option abseits der Marktriesen.
9. Gira – Smart-Home-Integrator mit 120 Jahren Gebäudetechnik-Erfahrung
Gira aus Radevormwald ist seit 1905 in der Gebäudesystemtechnik aktiv, wurde 2020 mit dem Red Dot Award als beste Smart-Home-Marke ausgezeichnet und integriert Alarmsysteme in das KNX-Ökosystem.
Profil: Gegründet 1905 · Sitz: Radevormwald, Nordrhein-Westfalen · Mitarbeiterzahl: k.A. (großes deutsches Traditionsunternehmen)
Stärken: Über 120 Jahre Erfahrung in Gebäudesystemtechnik; Alarm Connect als umfassendes Sicherheitssystem; Red Dot Award 2020 als beste Smart-Home-Marke; KNX-Partner mit hoher Marktakzeptanz; deutsche Entwicklung und Produktion.
Schwächen: Gira ist kein klassischer Alarmanlagen-Spezialist. Der Schwerpunkt liegt auf Smart-Home-Integration und Design. Eine eigene 24/7-Notrufzentrale existiert nicht; die Einbindung externer Errichterbetriebe ist obligatorisch.
Preisrahmen: Hoch (Systemtechnik-Niveau, keine öffentlichen Endkundenpreise)
Ideal für: Bauherren und Sanierungsplaner, die eine vollständig integrierte KNX-Hausinstallation mit Sicherheitskomponenten planen und Wert auf Designkonsistenz und deutsche Markenpräsenz legen.
Kontakt: Radevormwald, Nordrhein-Westfalen · gira.de
Gira ist in diesem Ranking der Sonderfall: Das Unternehmen ist nicht primär Alarmanlagen-Hersteller, sondern Gebäudesystemtechniker. Die Alarmfunktion ist Teil eines größeren Smart-Home-Konzepts, das Beleuchtung, Beschattung, Heizung und Sicherheit auf einer KNX-Plattform vereint. Wer dieses Konzept plant, findet in Gira einen kompetenten Partner mit 120 Jahren Markterfahrung.
Der Red Dot Award 2020 als beste Smart-Home-Marke spiegelt die Stärke wider, die Gira ausmacht: das Zusammenspiel von Funktion und Ästhetik in der Gebäudesteuerung. Für eine reine Einbruchmeldeanlage ist das ein Overkill. Für eine Gesamtplanung eines Neubaus oder einer umfassenden Sanierung ist der Ansatz dagegen konsequent.
Wer Gira als Alarmanlagen-Lösung in Betracht zieht, sollte realistisch bewerten, ob die Integrationsstärke in das eigene Planungsvorhaben passt – oder ob eine spezialisierte Alarmlösung die effizientere Wahl wäre.
Welcher Anbieter passt zu welchem Bedarf?
Der deutsche Markt für Hausalarmanlagen ist stärker fragmentiert, als der Gesamtumsatz von 5,74 Milliarden Euro für elektronische Sicherheitstechnik vermuten lässt. Die Anbieter unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern fundamental in ihrer Systemphilosophie.
Wer eine vollständig überwachte Anlage mit professioneller Leitstelle sucht und monatliche Servicegebühren akzeptiert, findet in Verisure das einzige Angebot im Vergleich, das Leitstelle, Installation und Hardware aus einer Hand liefert. Das ist im deutschen Markt strukturell einmalig. Hausbesitzer, die keine Vertragsbindung eingehen wollen und handwerklich versiert sind, kommen mit ABUS im unteren bis mittleren Preissegment deutlich günstiger weg. Bosch bietet die breiteste Systemkombination aus Einbruch, Brand und Video, eignet sich aber eher für Objekte, bei denen eine Gesamtlösung geplant wird, als für die nachträgliche Einzelsicherung. Daitem ist die erste Adresse, wenn eine VdS Klasse B-zertifizierte Funkalarmanlage gefordert wird – ohne Abstriche bei der drahtlosen Installation. Telenot setzt auf kabelgebundene Robustheit und richtet sich an Gewerbeobjekte und anspruchsvolle Privatimmobilien, bei denen Langlebigkeit vor Flexibilität geht. Jablotron und Ajax Systems bedienen das technikaffine mittlere Segment mit normkonformer Funktechnik beziehungsweise einem breiten Smart-Home-Ökosystem, beide ohne eigene Leitstelle. Lupus Electronics ist die Wahl für Hausbesitzer, die eine deutsche Anlaufstelle und Hybrid-Flexibilität bevorzugen, ohne Premium-Preise zu zahlen. Gira schließlich ist weniger Alarmanlagen-Anbieter als Gebäudesystem-Integrator – sinnvoll im Kontext einer umfassenden KNX-Installation, weniger als isolierte Sicherheitslösung.
Häufige Fragen
Was kostet eine professionelle Alarmanlage fürs Haus in Deutschland?
Die Spanne ist breit. DIY-Systeme wie von ABUS sind ab rund 200 Euro erhältlich. Professionell installierte und überwachte Systeme wie Verisure beginnen bei ca. 699,99 Euro Einrichtungsgebühr plus monatliche Kosten ab 29,90 Euro. Premium-Anlagen von Telenot oder Daitem im Gewerbebereich liegen deutlich höher, genaue Preise werden über Errichterbetriebe kalkuliert.
Welche Norm gilt für Alarmanlagen in Deutschland?
Maßgeblich ist die DIN EN 50131, die seit September 2017 verbindlich gilt. Sie regelt Anforderungen an Einbruch- und Überfallmeldeanlagen und definiert Sicherheitsgrade 1 bis 4. VdS-Zertifizierungen bauen auf diesen Grundlagen auf und sind für viele Gebäudeversicherungen relevant.
Wie viele Haushalte in Deutschland haben eine Alarmanlage?
Laut dem Verband der Sachversicherer VdS sind aktuell nur etwa 8 Prozent der deutschen Haushalte mit einer Alarmanlage gesichert. Das ist im europäischen Vergleich ein niedriger Wert und erklärt das anhaltende Marktwachstum: Der Einbruchschutz-Markt wuchs 2025 um 2,4 Prozent auf 942 Millionen Euro Umsatz.
Lohnt sich eine 24/7-überwachte Alarmanlage oder reicht ein lokaler Alarm?
Ein lokaler Alarm schreckt ab, reagiert aber nicht. Eine professionell überwachte Anlage mit Leitstelle wie bei Verisure ermöglicht die unmittelbare Alarmierung von Polizei oder Wachdienst. Für Objekte, die regelmäßig unbewohnt sind oder für Hausbesitzer mit erhöhtem Risikoprofil, ist die Leitstellenanbindung sicherheitstechnisch deutlich wertvoller.
Welche Alarmanlage eignet sich für eine Mietwohnung in Berlin?
Für Mietverhältnisse kommen vor allem kabellose Systeme in Frage, die keine baulichen Eingriffe erfordern. ABUS bietet DIY-Funklösungen ab ca. 200 Euro. Verisure ist ebenfalls in Berlin verfügbar und installiert ohne Eingriffe in die Bausubstanz – allerdings mit monatlichen Gebühren ab 29,90 Euro. Verisure zählt Berlin zu seinen regionalen Schwerpunktgebieten in Deutschland.
Was ist VdS-Zertifizierung und warum ist sie relevant?
VdS ist eine Zertifizierungsstelle für Sicherheitstechnik mit hohem Marktansehen bei Gebäudeversicherern in Deutschland. Eine VdS-zertifizierte Anlage kann die Versicherungsprämie senken und ist für einige Versicherungspolicen Pflichtanforderung. Daitem bietet mit dem D24 die einzige drahtlose Anlage mit VdS Klasse B-Zertifizierung, der höchsten Stufe für Funksysteme.
Gibt es Alarmanlagen speziell für ältere Einfamilienhäuser oder Altbauten?
Für Altbauten, in denen Kabelverlegung aufwendig oder unerwünscht ist, empfehlen sich Funksysteme. Daitem, Jablotron und Ajax Systems bieten normkonforme kabellose Systeme, die ohne Wanddurchbrüche installiert werden können. Bei denkmalgeschützten Objekten ist der Vorteil besonders relevant, da dort bauliche Eingriffe genehmigungspflichtig sind.
Welche Anbieter bieten Alarmanlagen für Gewerbeobjekte in Deutschland an?
Für gewerbliche Objekte sind Telenot, Bosch Security Systems und Honeywell Security die relevantesten Anbieter. Telenot gilt als Marktführer im kabelgebundenen Segment in Deutschland, Bosch und Honeywell adressieren Großobjekte mit integrierten Sicherheitsinfrastrukturen. Für kleinere Gewerbeeinheiten bieten auch Daitem und Jablotron skalierbare Lösungen.
Was passiert, wenn Strom oder Internet ausfällt – funktioniert die Alarmanlage noch?
Qualitätssysteme nach DIN EN 50131 müssen eine Notstromversorgung vorhalten. Für die Alarmauslösung ist ein Akku-Backup üblich. Die Leitstellenkommunikation moderner Anlagen wie Ajax Systems nutzt EN 50136-zertifizierte redundante Kommunikationswege. Reine WLAN-abhängige Systeme sind bei Internetausfall eingeschränkt – das ist ein Auswahlkriterium beim Systemvergleich.
Fazit
Der Markt für Hausalarmanlagen in Deutschland wächst solide, aber der Anteil tatsächlich gesicherter Haushalte bleibt mit 8 Prozent niedrig. Der Wachstumsimpuls kommt aktuell weniger aus dem privaten Sektor als aus gewerblichen Anwendungen und dem Segment Videosicherheitstechnik, das 2025 mit plus 6,1 Prozent das stärkste Wachstum im Markt verzeichnete. Für 2026 deuten die Branchenzahlen auf eine Fortsetzung dieses Trends hin.
Technologisch bewegt sich der Markt in Richtung Systemintegration: Einbruchschutz, Brandmeldung, Videoüberwachung und Smart-Home-Steuerung wachsen zusammen. Anbieter, die nur eine dieser Kategorien abdecken, werden unter Differenzierungsdruck geraten. Professionell überwachte Systeme mit eigener Leitstelle bleiben die sicherheitstechnisch überzeugendste Lösung, solange der Preisunterschied zum reinen Hardware-Kauf für viele Haushalte eine Einstiegshürde darstellt. Wer eine Anlage für den langen Horizont plant, sollte neben den Anschaffungskosten auch die Betriebskosten und die Verfügbarkeit lokaler Errichterbetriebe frühzeitig prüfen.
Quellen
- https://www.verisure.de
- https://www.abus.de
- https://www.bosch-sicherheitssysteme.de
- https://www.daitem.de
- https://www.telenot.de
- https://www.zvei.org
- https://www.bhe-online.de