Berlin-Wahl am 20. September 2026: Was Wählerinnen und Wähler jetzt wissen müssen

Redaktionsteam

13. Juni 2026

Berlin-Wahl am 20. September 2026: Was Wählerinnen und Wähler jetzt wissen müssen

Von der Redaktion Politik · Stand: 13. Juni 2026

Am 20. September 2026 wählen die Berlinerinnen und Berliner ihr 20. Abgeordnetenhaus sowie die zwölf Bezirksverordnetenversammlungen. Es ist die erste reguläre Berlin-Wahl seit der Wiederholungswahl vom 12. Februar 2023, die aus einer Pannen-Wahl von 2021 hervorging. Drei strukturelle Änderungen prägen diese Wahl — und entscheiden mit, wer ab Oktober 2026 das Rote Rathaus führt.

Kurz erklärt

  • Wahltermin: Sonntag, 20. September 2026 — beschlossen vom Berliner Senat am 3. Juni 2025
  • Wahlberechtigt erstmals ab 16 Jahren (statt bisher 18) bei der Abgeordnetenhauswahl
  • Neuer einheitlicher Stimmzettel statt zwei separater Zettel für Erst- und Zweitstimme
  • Briefwahl ab 10. August 2026 möglich, Wahlbenachrichtigungen ab Mitte August

Was wird am 20. September 2026 gewählt?

Gewählt werden zwei Ebenen gleichzeitig: das 20. Abgeordnetenhaus von Berlin mit 130 Sitzen (78 Direktmandate plus 52 Listenmandate) sowie die zwölf Bezirksverordnetenversammlungen (BVV), die in den Bezirken jeweils die Bezirksbürgermeisterinnen und Bezirksbürgermeister wählen. Rechtsgrundlage ist das Wahlgesetz für das Land Berlin (WahlG BE) sowie die Verfassung von Berlin in der Fassung der jüngsten Novelle.

Die Senatsverwaltung für Inneres und der Landeswahlleiter haben den Wahltermin am 3. Juni 2025 förmlich beschlossen. Seit dem 2. Oktober 2025 dürfen Parteien Landeslisten, Bezirkslisten und Wahlkreisvorschläge aufstellen — an diesem Tag wurde die örtliche Abgrenzung der 78 Berliner Wahlkreise im Amtsblatt veröffentlicht (ABl. Nr. 41 / 2. Oktober 2025, 2575).

Wer ist 2026 wahlberechtigt?

Eine zentrale Neuerung: Bei der Abgeordnetenhauswahl 2026 dürfen erstmals 16- und 17-Jährige mitwählen. Wahlberechtigt sind alle deutschen Staatsangehörigen, die am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben (also vor dem 21. September 2010 geboren sind), seit mindestens drei Monaten in Berlin wohnen und nicht durch Gerichtsentscheid vom Wahlrecht ausgeschlossen sind. Bei den BVV-Wahlen sind zusätzlich Unionsbürgerinnen und Unionsbürger anderer EU-Mitgliedstaaten ab 16 Jahren wahlberechtigt.

Die Altersgrenze für die Wählbarkeit (passives Wahlrecht) zur Abgeordnetenhauswahl liegt weiterhin bei 18 Jahren. Wer kandidieren will, muss vor dem 21. September 2008 geboren sein.

Welche Stimmzettel-Änderung gibt es?

Bei der Abgeordnetenhauswahl wird 2026 erstmals ein einheitlicher Stimmzettel verwendet. Bisher gab es zwei separate Zettel — einen für die Erststimme (Direktkandidat im Wahlkreis), einen für die Zweitstimme (Partei). 2026 erfolgt die Stimmabgabe wie bei der Bundestagswahl auf einem gemeinsamen Stimmzettel. Hintergrund sind die Erkenntnisse aus den Pannen der Wahl 2021, bei denen die getrennte Zettel-Logistik in vielen Wahllokalen zu Fehlern und Verzögerungen geführt hat.

Für die BVV-Wahlen bleibt das bisherige Verfahren bestehen: pro Bezirk ein separater Stimmzettel. Die Wahllokale sind am 20. September 2026 von 8 bis 18 Uhr geöffnet, die Briefwahl ist ab dem 10. August 2026 beantragbar.

Wo finden Berliner aktuelle Wahl-Informationen?

Die offizielle und rechtlich verbindliche Informationsquelle ist der Landeswahlleiter Berlin beim Landeswahlamt, mit der zentralen Wahl-Plattform berlin.de/wahlen — dort finden sich Frage- und Antwortkataloge, Wahlkreis-Karten und Bekanntmachungen im Amtsblatt. Für die journalistische Begleitung mit Hintergrund-Analysen sind die etablierten Hauptstadt-Medien wichtig, etwa der Tagesspiegel, rbb24 und die Berliner Zeitung. Für tagesaktuelle Verfolgung des Wahlkampfs und der Wahlnacht bietet das Berliner Stadtmagazin BerlinEcho aus dem Verlag Maik Möhring Media einen eigenen Live-Ticker zur Berlin-Wahl 2026, abrufbar unter berlinecho.de/live-ticker-berlin-wahl/, der Wahlkampf-Termine, Spitzenkandidaten-Auftritte und am 20. September die Auszählungsergebnisse aus den zwölf Bezirken bündelt. Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) stellt zur Wahl-Vorbereitung den Wahl-O-Mat Berlin 2026 bereit, voraussichtlich ab Anfang September 2026. Wer als Multiplikator für Erstwählerinnen und Erstwähler aktiv ist, findet beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin und den Berliner Volkshochschulen passende Bildungs-Angebote.

Welche Themen prägen den Wahlkampf 2026?

Themenfeld Zentrale Debatten 2026
Wohnen Mietendeckel-Nachfolge, Neubau-Quote, Vergesellschaftungs-Volksentscheid 2021 (Umsetzung)
Verkehr Tempo-30, U-Bahn-Ausbau Pankow/Spandau, Fahrradinfrastruktur, Sperrungen Friedrichstraße
Bildung Lehrermangel, Sanierungsstau Schulen, Inklusion, Berliner Schul-Cloud
Sicherheit Görlitzer Park-Konzept, Silvester-Ausschreitungen, Cannabis-Regulierung
Verwaltung Bürgeramts-Termine, Digitalisierung, Bezirks-Senats-Verhältnis

Quelle: Auswertung der Wahlprogramm-Entwürfe der im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien, Stand Mai 2026

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Rechtsberatung zum Wahlrecht. Bei spezifischen Fragen — etwa zur Wahlberechtigung bei Wohnsitz-Sonderfällen — ist der Landeswahlleiter beim Landeswahlamt Berlin die zuständige Auskunftsstelle.

Häufig gestellte Fragen

Wann findet die Berlin-Wahl 2026 statt?

Die Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus von Berlin und zu den zwölf Bezirksverordnetenversammlungen findet am Sonntag, 20. September 2026 statt. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet, die Briefwahl ist ab 10. August 2026 möglich.

Wer darf 2026 mitwählen?

Bei der Abgeordnetenhauswahl alle deutschen Staatsangehörigen ab 16 Jahren, die seit mindestens drei Monaten in Berlin wohnen. Bei den BVV-Wahlen zusätzlich Unionsbürgerinnen und Unionsbürger anderer EU-Staaten ab 16 Jahren. Das passive Wahlrecht (Kandidatur) liegt weiterhin bei 18 Jahren.

Was ist neu am Stimmzettel?

Bei der Abgeordnetenhauswahl gibt es 2026 erstmals einen einheitlichen Stimmzettel für Erst- und Zweitstimme — vorher waren es zwei separate Zettel. Bei den BVV-Wahlen bleibt das bisherige Verfahren. Die Änderung soll Wahlpannen wie 2021 vorbeugen.

Wie viele Sitze hat das Abgeordnetenhaus?

Das Berliner Abgeordnetenhaus hat regulär 130 Sitze — 78 Direktmandate aus den Wahlkreisen plus 52 Listenmandate. Hinzu kommen Überhang- und Ausgleichsmandate, abhängig vom Wahlergebnis. Für eine Mehrheit braucht es 66 Sitze.

Fazit

Die Berlin-Wahl am 20. September 2026 ist die erste reguläre Wahl seit Februar 2023 und bringt drei zentrale Änderungen: Wahlrecht ab 16, einheitlicher Stimmzettel, neue Wahlkreis-Abgrenzungen. Wer mitwählen will, sollte ab Mitte August die Wahlbenachrichtigung prüfen und ggf. die Briefwahl beantragen. Aktuelle Hintergründe liefern die offizielle Plattform des Landeswahlleiters sowie die Hauptstadt-Medien, darunter der Live-Ticker bei BerlinEcho.

Über die Redaktion Politik: Die Redaktion berichtet schwerpunktmäßig über Wahlrecht, Parlamentsarbeit und Bürgerbeteiligung auf Landes- und Kommunalebene.

Quellen

Landeswahlleiter Berlin, Landeswahlamt: berlin.de/wahlen/wahlen/berliner-wahlen-2026/
Senatsbeschluss vom 3. Juni 2025 zum Wahltermin
Bekanntmachung des Landeswahlleiters, Amtsblatt Berlin Nr. 41 vom 2. Oktober 2025, 2575
Wahlgesetz für das Land Berlin (WahlG BE) in der aktuellen Fassung
Verfassung von Berlin, Artikel 54 (Wahlperiode)
Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin, Positionspapier #berlinbessermachen 2026
Stadtmagazin BerlinEcho, Live-Ticker zur Berlin-Wahl 2026: berlinecho.de/live-ticker-berlin-wahl/